Editorial

Weder die Sprache ist körperlos, noch der Klang. In der Darstellung der Sprache durch einen Körper, eine Stimme oder elektroakustische Medien durchdringen sich Text und Ton.

Die Performances setzen Wort- und Klangarbeit neu zusammen und definieren einen ästhetischen Bereich, der zwischen Dichtung, Musik und Performance vermittelt.

Elektronische Medien werden dabei nicht nur zur Aufzeichnung, sondern insbesondere künstlerisch produktiv eingesetzt. Dadurch wird die Literatur ins Mehrdimensionale erweitert.

Akustische Dichtung und sprachbasierte Performance sind Teil einer Literatur außerhalb von Schrift und Buch, die sich seit über hundert Jahren eigenständig entwickelt und immer wieder neu definiert und gestaltet wird.

Diese Entwicklung möchte cOsmOsmOse aktiv unterstützen und versteht sich als Plattform für unterschiedliche Ansätze in diesem Feld.

Deshalb findet nun zum zweiten Mal das Festival „cOsmOsmOse – Performancepoesie und Verbophonie“ statt: Literatur zum Hören, die klassische Lesungsformen überschreitet. Die erste Ausgabe stieß bereits 2013 im GlasMoog der KHM Köln auf überraschend grosses Interesse.

Etwa ein Dutzend Auftritte und Präsentation internationaler Künstlerinnen und Künstler sowie Studierender vermitteln einen direkten Einblick in die unterschiedlichen Ansätze.

In einem Konferenzteil des Festivals wird darüberhinaus der Begriff des ‘Sound-Writing’ gemeinsam von Künstlerinnen und Künstlern, Studierenden und interessiertem Publikum untersucht.

Swantje Lichtenstein & Marc Matter